Es gibt für alles ein erstes Mal

Ich hatte vor kurzem die Möglichkeit, als Praktikantin an einem Event teilzunehmen, das die Stadt Guangzhou in München veranstaltete. LTC war in Kooperation mit einer internationalen Partneragentur für die Pressearbeit vor Ort zuständig. Ich war zum ersten Mal auf so einer Veranstaltung und es war ein Schlüsselerlebnis für mich. Der Event trug den Titel  “Open Perspective, Innovative Approach – Guangzhou Dialogue with Fortune Global 500” und soll die Zusammenarbeit zwischen chinesischen und deutschen Firmen fördern. Außerdem war es Teil einer Roadshow, um das 2017 Global Fortune Forum vorzustellen, welches im Dezember in Guangzhou stattfindet und es diente als Ideen-Plattform für CEOs verschiedener Unternehmen, von denen einige auf der Fortune Global 500-Liste stehen.

Zunächst wurde ein Imagefilm gezeigt, der sich mit Guangzhous kulturellem Erbe chinesischer Geschichte und seiner neuen Rolle als internationales Handelszentrum auseinandersetzt. Anschließend gab es einige kurze Ansprachen von Würdenträgern aus China und Bayern, unter Ihnen auch der Vize-Bürgermeister Cai Chaolin und Dr. Markus Eder vom bayerischen Wirtschaftsministerium. Alle Sprecher stellten das Potential von Guangzhou als Investitions- und Handelsstandort in den Vordergrund und waren zuversichtlich, dass die Kooperation zwischen den beiden Regionen in Zukunft noch stärker zunehmen wird. Durch die verstärkte Zusammenarbeit wollen Guangzhou und seine deutschen Partner auch in Zukunft vom internationalen Handel profitieren, neue Märkte erschließen und bereits bestehende Absatzmärkte transparenter machen.

Danach folgte eine sehr interessante Podiumsdiskussion, die von Alan Murray, Fortune-Chef und Chief Content Officer der Time Inc., moderiert wurde. Unter den sechs Diskussionsteilnehmern befand sich unter anderem eine Professorin der LMU und verschiedene CEOs und Vorsitzende deutscher und chinesischer Unternehmen und Startups. Thematisiert wurde unter anderem der chinesische Markt im Hinblick auf Digitalisierung und Globalisierung. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass beide Staaten gleichermaßen von der Zusammenarbeit profitieren und dass das unternehmerfreundliche Umfeld ein gutes Fundament für weitere Investitionen ist. Gelobt wurde auch die motivierende und innovative Geschäftsatmosphäre: So seien chinesische Unternehmer eher bereit auch mal ein Risiko einzugehen – ein Aspekt, der vor allem für Startups eine große Rolle spielt.

Interessant war auch die Debatte über IT-Sicherheit und den Schutz geistigen Eigentums, ein Thema, das für viele Unternehmer nach wie vor von großer Bedeutung ist. China wird weiterhin von gefälschten Produkten überschwemmt. Egal ob DVDs, Batterien, Shampoo oder sogar Lebensmittel – alles kann eine Imitation und von zweifelhafter Qualität sein und egal um welche Marke es geht, in China gibt es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Nachbildung. Auch abc News hat sich erst kürzlich mit dem Thema auseinandergesetzt und liefert in einem Artikel interessante Zahlen.

Im Laufe der Diskussion über geschäftliche Entwicklungen kam auch das Thema WeChat zur Sprache. Einer der Teilnehmer sagte, dass er davon ausgehe, dass künftig komplette Meetings über die beliebte chinesische Social Media-App abgehalten werden. Dafür sprächen neben möglichen Abo-Modellen und Wallet-Funktionen auch Werbemöglichkeiten, die vor allem für Marketing-Verantwortliche interessant sind. Auch DIGIDAY hat sich in einem Beitrag bereits mit dem Geschäftspotential von WeChat befasst.

Beim anschließenden Lunch hatte ich die Möglichkeit, interessante Menschen und Unternehmen kennenzulernen. Eines dieser Unternehmen, WANGLAOJI, stellt pflanzliche Getränke her, die auch jeder vor Ort probieren konnte. Es war sehr unterhaltsam, Leute zu beobachten, die diese chinesische Erfrischung zum ersten Mal getrunken haben. Den meisten hat es jedenfalls geschmeckt – und gesund ist es auch noch!

Kulturell wurde die Veranstaltung von einer Live-Band begleitet, die klassische chinesische Lieder auf Basis kantonesischer Lyrik spielte. Ich war überrascht, dass einer der Musiker auf einer Erhu spielte, eine zweisaitige chinesische Laute, die mit einem Bogen gespielt wird. Die Musik hat mir sehr gut gefallen. Trotzdem war sie ein bisschen laut und machte es manchmal schwierig ein Gespräch in normaler Lautstärke zu führen. Meiner Meinung nach wäre eine Bühne die bessere Lösung gewesen. So hätten sich die Besucher auch stärker auf die Musiker konzentrieren können.

Lucy war sehr an Gesprächen mit den anwesenden chinesischen Gästen interessiert, und so wurde ich kurzerhand zum Simultandolmetscher für Gespräche zwischen ihr und den Gästen. Alle Beteiligten hatten viel Spaß und ich bekam eine Möglichkeit, Praxiserfahrung als Dolmetscherin zu sammeln.

Doch der Tag bestand nicht nur aus Essen und Plaudereien. LTC hatte einen Fernsehjournalisten eingeladen, der den Event filmte und auch individuelle Interviews mit einigen hochrangigen Gästen führte. Unterstützt wurde er dabei von einem LTC-Mitarbeiter.

Für mich war die Veranstaltung eine bereichernde Erfahrung, denn mit wurde bewusst, wie viele PR-Aspekte berücksichtigt werden müssen, um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren. Auch die Bedeutung von persönlichen Gesprächen mit verschiedenen Personen als Grundlage späterer Chancen war eine wichtige Lektion, die ich von Lucy gelernt habe. Vielen Dank an LTC, dass ich dabei sein durfte – Es hat wirklich Spaß gemacht!