In Zeiten von Fake News sind die Panama Papers ein Vorbild für die Digitalisierung des Journalismus.

Die Panama Papers gelten als die größte Investigation in der Geschichte des Journalismus. Damit ist nicht nur die Tragweite des Skandals an sich gemeint. Sondern es geht tatsächlich um das gigantische Ausmaß an Informationen: 11,5 Millionen vertraulicher Dokumente sind Quelle der Recherche.

Moderner Journalismus

Begriff „Dokumente“ sind Mails, Tabellen, Bilder aber vor allem mehrseitige Textdokumente gemeint. Die Panama Papers sind somit ein Musterbeispiel für wirklich modernen Journalismus in Zeiten von Fake News und Digitalisierung: Neben investigativem Spürsinn und konsequenter Nachforschung geht es um Big Data und somit vor allem darum, wie man schnell aus den riesigen Datenmengen richtiges und wichtiges Wissen generiert.

Der Schlüssel zu den Panama Papers ist neo4j: Die Graphtechnologie wurde gemeinsam mit der Visualisierungsplattform Linkurious genutzt, um die stark verknüpften Daten zu strukturieren und Journalisten einen einfachen Zugriff zu ermöglichen. Graphdatenbanken eignen sich besonders gut für das Management und bei Abfragen von stark vernetzten, komplexen Daten. Beziehungen und komplexe Zusammenhänge zwischen den Daten lassen sich schnell und einfach analysieren. Für die Journalisten bedeutete dies, dass sie den Spuren des Geldes auf einfachem Weg folgen konnten.

Mir geht es nicht darum, die Leistung des ICIJ und der beiden Journalisten der SZ zu schmälern und auf den Einsatz von Technologie zu reduzieren. Im Gegenteil! Aber eine solche Enthüllung wäre noch vor eingen Jahren nicht möglich gewesen – zumindest nicht in der Geschwindigkeit. In Zeiten von Fake News und postfaktischen Journalismus ist das doch eine wirklich gute Nachricht, oder? Also: Gratulation an das International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ)! Danke für den Mut und die Konsequenz sowie für den visionären Weitblick auf moderne Technologie bei der Arbeit zu setzen.

Thomas Hahnel