Studie: Fachmedien bleiben wichtigste Informationsquelle für professionelle Entscheider

Ich hätte auf das Ergebnis gewettet – ganz ehrlich: Eine Studie im Auftrag der Deutschen Fachpresse, Berlin hat ergeben, dass Fachmedien „… die wichtigste berufsbezogene Informationsquelle der professionellen Entscheider in Deutschland …“ sind (Quelle: PR-Journal / https://bit.ly/1OUeVBZ ).

B2B-Kommunikation: Media Relations Rule! … oder geht es doch um etwas anderes?

Liebe digital Natives: Bitte jetzt keine voreiligen Witze über Zusammenhänge von Ergebnis und Auftraggeber. Und falls es sie noch gibt: Auch die Anhänger des klassischen Printjournalismus seien gewarnt. Denn drei Viertel der Befragten geben an, dass sie den digitalen Inhalten von Fachmedien folgen und fast genauso viele nennen die digitalen Inhalte von Unternehmen als entscheidende Quelle. Für uns professionelle Kommunikatoren bedeutet das also, dass Media Relations strategisch entscheidend sind, oder?

Ist das jetzt eine Breaking News? Naja, irgendwie schon, möchte vielleicht der eine oder andere Social Media-Apologet meinen. Worum es mir geht: Ich höre immer wieder einmal von Kommunikationsverantwortlichen den Satz: „Das bisschen Media-Relations machen wir dann auch noch mit“. Was heißt das denn dann für die Qualität der Inhalte?

Nach wie vor ist es wichtig – oder besser: strategisch entscheidend – dass der richtige und v.a. spezifischer Content an die Medien gebracht wird. Schon klar: Das ist aufwändig. Und: Der Aufwand zahlt sich auch nur dann aus, wenn der Leser, den Schritt macht und sich auf die Suche nach weiteren Informationen begibt. Idealerweise findet er dann nicht nur unkompliziert zum richtigen Unternehmen, sondern er findet dort dann auch das, was er braucht.

Wie soll z. B. ein Ingenieur, der SoMe nur privat nutzt (wenn überhaupt) von einem neuen technologischen Ansatz erfahren, wenn er gar nicht danach sucht? Und es geht ja nicht immer um die revolutionären Entwicklungsschritte, die sich praktisch automatisch verbreiten. Oft geht es um spezifische Ansätze, Detailverbesserungen sowie Nischen oder Teillösungen – solche findet der Ingenieur im Fachmedium. Er wird dann neugierig und begibt sich auf den Weg. Konsequent weitergedacht heißt das, dass die PR-Inhalte für Medien technisch kompetent und zielgruppenspezifisch gestaltet werden müssen. Selbstverständlich unter Berücksichtigung der Markenbotschaften, aber eben nicht so flach, wie sie u. U. für eine Content-Marketing-Kampagne genügen. Natürlich ist dann die SEO-gemäße Aufbereitung und die Verbreitung über SoMe- und Owned Media-Kanäle extrem wichtig – aber das alles eher unter dem strategischem Prinzip: „Das bisschen Digital machen wir dann auch noch mit.“

Die Umfrageergebnisse bedeuten ganz einfach, dass neben umfassender Kommunikationskompetenz vor allem die jeweilige Fachexpertise DER zentrale Erfolgsfaktor in der Kommunikation ist. Entscheider vertrauen Menschen, die sie verstehen und auf Augenhöhe kompetent diskutieren können. Sind wir soweit, dass das eine neue Erkenntnis ist?

Thomas Hahnel