Ich habe schon Erfahrung mit dem Internet als Informationsmittel – Mein Weg in die Kommunikation

Hallo aus München! Ich bin Zeny So Tsz Ying (nennt mich einfach Zeny oder Zen) und arbeite diesen Sommer als PR-Praktikantin bei Lucy Turpin Communications. Bevor ich ein wenig mehr über mich erzähle, möchte ich zunächst ein paar Worte über meine Heimatstadt Hong Kong sagen. Sie ist berühmt für die atemberaubende Kulisse entlang des Victoria Harbour bei Nacht und trägt auch deshalb den Spitznamen „Perle des Orients“. Solltet ihr Hong Kong einmal besuchen, dann dürft ihr euch auch das exzellente Street Food und die Einkaufsmöglichkeiten nicht entgehen lassen!

Chiffre: Internet

Über eine Chiffre-Anzeige in der SZ fand ich meinen Weg in die PR. In der Bewerbungsmappe, die ich anschließend an Lucy schickte, waren sämtliche Blätter feinsäuberlich in Plastikhüllen gesteckt, das Foto ordentlich rechts oben auf dem Lebenslauf festgeklebt. Das war damals so – keine Email-Bewerbung, keine Online-Bewerbung. Mein Bewerbungsschreiben enthielt bereits zukunftweisende Sätze wie: „Ich habe auch Erfahrung mit dem Internet als Informationsmittel“ und „Ich beschäftige mich zur Zeit mit der Erstellung von Homepages“.

Das Büro von Lucy Turpin Communications war zu dieser Zeit noch in der Ungererstrasse. Es hatte drei Zimmer und eine große Fläche im Eingangsbereich, der als Besprechungs-zimmer genutzt wurde.

Mein Bewerbungsgespräch fand hauptsächlich in der Küche statt. Warum gerade dort, darüber habe ich immer mal wieder spekuliert. War es, weil vom Besprechungsraum die Türen sämtlicher Räume einschließlich Küche und Toilette weggingen und diese Räume dann blockiert gewesen wären? Oder war es weil alle durch die Türen hindurch hätten mithören können? Ich kann nur sagen, eine Küche ist der beste Ort für ein Bewerbungsgespräch – meine Anspannung war sofort wie weggeblasen. Und nach dem offiziellen Gespräch mit Lucy, gesellten sich meine zukünftigen Kolleginnen zu uns und wir standen in gemütlicher Runde mit Kaffeebechern in der Hand und lernten uns kennen.

Inzwischen sind mehr als spannende und ereignisreiche 18 Jahre wie im Flug vergangen. Der 1. Juli 1997 war mein ersten Arbeitstag bei Lucy Turpin Communications. Mein Schreibtisch wurde dominiert von einem klobigen Monitor. Ein ebenso klobiger PC stand unter meinen Schreibtisch. Die farblich passende Tastatur und Maus, alles in Ecru, will man die Farbe wohlwollend bezeichnen, rundeten das Arrangement ab. Ob Apple oder Microsoft – so war der Zeitgeschmack.

Die Anzahl der Emails die täglich eingingen, waren überschaubar und nichts im Vergleich zu heute. Wir, meine drei Kolleginnen, Lucy und ich, hatten einen Computer auf dem zentral alle Emails eingingen. Ich erinnere mich noch gut, zweimal täglich checkten wir unsere Emails. Schon damals hatten wir hauptsächlich Kunden aus den USA. Dazu zählten erste E-Commerce Start-ups wie Open Market, Software-Entwicklungswerkzeuge für Programmierer wie Cayenne oder Pure Atria, Chiphersteller wie LSI Logic oder Tadpole, Hersteller von tragbaren Workstations.

Unseren Tag konnten wir weitestgehend zeitlich frei einteilen und die Aufgaben im Gegensatz zu heute meist ohne Unterbrechung bearbeiten. Telcos gab es noch nicht, nur Telefonate mit dem Kunden. Waren es mal mehr wie zwei Personen wurde auf der jeweiligen Seite auf Lautsprecher und Mikrofon geschaltet. Die Qualität des Gesprächs litt dann sehr, sowohl beim Ton als auch unter dem Echo.

Gegen 15:00 wurde es in der Regel hektisch – dann kamen letzte Änderungen und Freigaben der Pressemitteilung von den Kunden. Das hieß Pressemitteilungen versandfertig machen und sich spätestens um 17:00 Uhr in die Schlange für Massenversand am Schalter der Post einreihen. Über den Aufwand der hinter jeder postalischen Aussendung von Pressemitteilungen steckte, erzähle ich dann im nächsten Blog.

Birgit Fuchs-Laine